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Tre Skilling Banco
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Tre Skilling Banco

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Die gelbe Tre Skilling Banco gilt als die aktuellst wertvollste Marke der Welt, nur ein Exemplar ist weltweit bekannt. Die schwedische Briefmarke wurde am 8.11.1996 beim Auktionshaus David Feldmann in Genf für umgerechnet 1,8 Millionen EUR inklusive Aufgeld ersteigert. Im Verhältnis von Gewicht zu Preis gesehen, ist die Tre Skilling Banco damit nicht nur die teuerste Briefmarke, sondern zugleich auch der teuerste Gegenstand der Welt. In dieser Eigenschaft hat sie es zudem zu einem Eiitrag in das Guiness Buch der Rekorde (TM) geschafft.

Die normale Variante, die Tre Skilling Banco in grün, war Teil einer Serie aus 5 Briefmarken, die am 1. Juli 1855 in Schweden ausgegeben wurde. Die gelbe Abart wurde dann im Jahre 1885 vom 14-jährigen Schuljungen Georg Wilhelm Backman entdeckt, als er auf Weihnachtsbesuch bei seiner Großmutter war. Die Marke wurde am 13. Juli 1857 in Nya Kopparberget verwendet, wobei sie vermutlich auf einem Brief mit doppeltem Normalgewicht geklebt wurde, deren Preis 8 skilling Banco war. Absender des Briefes war Olof Leopold Sillén, ein Bruder von Backmanns Großvaters Per Wilhelm Sillén, der sich in seiner Freizeit oft auf botanischen Ausflügen befand.

Der junge Backman verkaufte die Marke schon 1 Jahr später für ganze 7 schwedische Kronen an den Briefmarkenhändler [Heinrich Lichtenstein] in Stockholm. Dieser hatte publik gemacht, dass er für die ungewöhnlicheren Werte der schwedischen Skilling Banco Ausgaben einen Festpreis von 7 Kronen bezahlen würde - zu dieser Zeit eine gute Summe.

Ab da wechselte die Marke wiederholt den Besitzer, jedesmal für eine deutlich höhere Summe, als zuvor bezahlt wurde.

Verkäufe und Besitzer

   * 1884

Sigmund Friedl, ein Wiener Briefmarkenhändler, verkauft die Marke für 4000 Gulden an den wohl berühmtesten Besitzer Philipp la Rénotière von Ferrary.

   * 1922

Die Sammlung von Ferrary wird vom Deutschen Reich konfisziert und zur Begleichung der Kriegsschulden aus dem Ersten Weltkrieg versteigert. Den Zuschlag erhält der schwedische Baron Eric Leijonhufyud für 35.250 Französische Francs

   * 1928

Der Baron Leijonhufyud verkauft die Marke an den schwedischen Rechtsanwalt Dr. Johan Ramberg für £2.000.

   * 1937

Dr. Ramberg verkauft die Marke an den rumänischen König Carol II, den "Playboy König" für £5.000 - schon damals der zweithöchste Preis, der je für eine Briefmarke bezahlt wurde.

   * 1950

Im Exil läßt König Carol II. die Marke verkaufen, sie wechselt für eine unbekannte Summe in den Besitz des Deutschen René Berlingen. Berlingen bekam finanzielle Probleme, so dass in der Folge eine Schweizer Bank in den Besitz der Marke geriet.

   * 1984

Auf einer Auktion von David Feldmann in Zürich in der Schweiz wechselte die Marke für 977.500 Schweizer Franken an einen älteren skandinavischen Sammler.

   * 1990

David Feldmann war es auch, der dann im Auftrag des Sohnes des vorherigen Besitzers die Marke an einen schwedischen Geschäftsmann namens Sven- Olof Karlsson veräußerte - für den Preis von 1.897.500 Schweizer Franken, ein neuer Weltrekord.

   * 1996

Sven- Olof Karlsson konnte jedoch seinen finanziellen Verpflichtungen durch den Kauf der Marke nicht nachkommen, so dass das Auktionshaus Feldmann die Rarität erneut anbieten konnte. Den Zuschlag erhielt Hans Lernestål für 1,8 Millionen EUR, ein schwedischer Händler, der für einen anonymen Kunden geboten hatte.

Dieser versuchte dann unter dem Namen "The Box Economie Sverige" eine Reihe von Investoren dazu zu überreden, Anteile an der Marke zu kaufen - scheiterte aber mii der Idee, da nicht alle Anteile verkauft werden konnten.

Hans Lernestål ist derzeit Manager der Stamp Collection AG (www.stampcollection.ch), einer Firma, die sich mit dem Aufbau von internationalen Marken rund um berühmte Briefmarken befasst. Die Firma ist zudem Eigentümerin der Marke The "Treskilling" Yellow (TM), jedoch nicht Eigentümerin der Marke selbst. Wer dies heute ist, ist nicht bekannt, da der Eigentümer anonym bleiben möchte.

Der Tre Skilling Banco ist eine eigene Website gewidmet: www.treskilling.com

Zweifel

Die Tre Skilling Banco ist nicht unumstritten, da es bis heute einige Experten gibt, die an ihrer Echtheit zweifeln.

Der Entdecker Backman verfasste 1931 eine Erklärung an Eides statt, in der er die oben beschriebenen Details zur Entdeckung der Marke niederlegte.

Bewegt hatte ihn dazu der Anwalt Dr. Ramberg, zu dem Zeitpunkt Besitzer der Marke. Es scheint jedoch, dass zwischen 1928 und 1931 die Marke im Auftrag von Dr. Ramberg oben neu perforiert wurde - die unterschiedliche Zähnung ist bis auf den heutigen Tag klar zu erkennen.

Als 1974 die Marke dem Schwedischen Post Museum angeboten wurde, nutzte der Kurator Gilbert Svensson die Gelegenheit, diese von 9 Experten prüfen zu lassen. Diese kamen zu dem Schluß, dass die Marke eine Fälschung war, da ein Drittel des Papiers von einer anderen Art war und zudem Unterschiede zu älteren Fotos der Marke gefunden wurden. In diesem Zusammenhang geriet der Erstkäufer der Marke, Heinrich Lichtenstein unter Verdacht.

Im May 1975 erschien dann in der Fachzeitschrift Stamp Collecting ein Artikel, der photomikrographisch nachwies, wie aus einer gebleichte, normalen Tre Skilling Banco Marke die begehrte Rarität erstellt worden sein könnte.

Berlingen reagierte und ließ seinerseits ein Gegengutachten von einem Professor erstellen, der zu dem Ergebnis kam, dass das vorliegende Exemplar doch ein Original sei.

In den letzten Auktionen der Jahre 1990 und 1996 wurde die Marke jedoch nicht mit einem Echtheitszertifikat versehen angeboten, wie es schon bei Marken weit geringeren Wertes eigentlich üblich ist. Sie weist zudem neben der oben schon erwähnten neuen Perforation oben auch noch einen ungeschlossenen Schlitz an der Seite auf, so dass bei der teuersten Briefmarke der Welt bis heute immer noch ein etwas getrübtes Bild bleibt.

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